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ÜBER MICH
Unter all den Spielen, die ich bislang live im Stadion mitverfolgt habe (leider habe ich nie "Buch" geführt...) sind ein paar ganz besondere, die mir unvergessen bleiben. Nachstehend ein paar Erinnerungen

Göttingen 05 - Holstein Kiel 3:0


Das Bild wird mich wohl auch in tausend Jahren noch verfolgen: Tobias Dietrich schnappt sich Mitte der zweiten Halbzeit das Leder, spaziert entschlossen Richtung Kieler Tor und hämmert es zum 3:0 ein.

Gegnerische Spieler? Interessierten den "Punkrockkönig aus dem Eichsfelder Land" nicht. Mitspieler? Auch nicht. Er wollte ein Tor schießen. Das 3:0. Also schoss er es. Eigentlich ganz einfach.

Dass es ein Tor war, das aus dem 0:2 im Hinspiel einen 3:2-Gesamtsieg machte und 05 damit den Aufstieg in den Regionalliga bescherte, wusste Tobi natürlich. Was er vermutlich nicht wusste (höchstens ahnte), war, dass 05 keine Drittligalizenz bekommen würde. Und dass damit alles umsonst war.

Vielleicht aber auch nicht, denn mir wird dieser Nachmittag unvergessen bleiben. Nicht nur wegen des 3:0.
05-Ticket

Bristol Rovers - Shrewsbury Town 3:1


Kaum war das "neue" Wembleystadion eröffnet, saß ich auch schon drin und war so nervös wie lange nicht mehr.

Meine Pirates gegen die Spitzmäuse aus Shrewsbury - gemeinsam mit über 40.000 Gasheads bangte ich um die so lange ersehnte Rückkehr in die 3. Liga.

Morgens um 5 war ich von Bremen aus gen Stanstead geflogen, und es sollte ein verdammt langer Tag werden. Schon die U-Bahnfahrt war unglaublich. Überall Rovers-Fans - war ich nicht wenige Wochen vorher noch mit kaum einer Handvoll Verrückter an einem verregneten Dienstagabend in Macclesfield gewesen?

Und nun badete ich plötzlich im blau-weißen Meer, wusch die tristen Jahre in der Viertklassigkeit von mir ab und war stolz wie Oskar, ein Gashead zu sein. Das Spiel selbst war eher krampfig. Es dauerte keine zwei Minuten, da lagen die Rovers hinten, doch dank Richard Walker und Rickie Lambert wandte sich schon vor dem Seitenwechsel alles zum Guten. Den Schlusspunkt setzte Sammy Igoe, der mit seinen viel zu kurzen Beinen über das ganze Spielfeld laufen musste, um kurz vor Schluss das 3:1 zu erzielen.

"And now you gonna believe, and now you gonna believe it - the GAS ARE GOING UP".
Rovers at Wembley

En Avant Guingamp - Stade Rennes 2:1


Durch puren Zufall war ich beim Pokalhalbfinalspiel der Guingampais in Südfrankreich gewesen und hatte mich natürlich auf den Weg nach Toulouse begeben.

Mit ehrlich gesagt recht wenigen Hoffnungen ausgestattet, war ich das erste Mal überrascht, als der Auswärtsblock mit gut 400 Guingampais an einem Mittwochabend am anderen Ende des Landes recht gut gefüllt war. Das Spiel war eine Augenweide und endete mit einem hochverdienten 2:1-Sieg des Zweitligisten aus Guingamp, der den Champions-League-Anwärter quasi am Nasenring durchs eigene Stadion zog.

Finale!

Guingamp im Finale um den Coupe de France 2009! "Les Paysans sont de retour", sangen wir voller Inbrunst, und natürlich den alten Schlager "On va à Paris". Drei Wochen später war ich tatsächlich im Stade de France. Dass der Finalgegner Stade Rennes ebenfalls aus der Bretagne kam, gab der Partie eine einzigartige Note. Im gesamten Stadionumfeld sah man schwarz-weiße Fahnen, und selbst die L`Equipe hatte ihre komplette Titelseite auf bretonisch gehalten.

Es war wunderschön zu sehen, wie viele Fans dieser kleine Klub aus dieser kleinen Stadt mit ihren knapp 8.000 Einwohnern mobilisieren kann. Schätzungsweise 40.000 waren es, die den Guingampais die Daumen drückten. Eine unglaubliche Erfahrung!

Doch es kam noch besser. Wie schon in Toulouse zeigten die Guingampais keinerlei Respekt vor dem Erstligisten und erspielten sich schon in der ersten Halbzeit zwei tolle Chancen. Mit 0:0 ging es in die Pause, und die Zuversicht auf eine weitere Sensation wuchs. Doch nach dem Seitenwechsel lief zunächst gar nichts mehr bei den Guingampais, und so kam, was kommen musste: Rennes ging in Führung. Das Spiel schien verloren, als Meister Eduardo dos Santos zuschlug. Drei Minuten nach dem 1:0 für Rennes egalisierte er, und in der 83 Minute schlug Eduardo erneut zu. Noch sieben Minuten zu spielen, und plötzlich führte Guingamp mit 2:1!

Der Rest - inklusive Nachspielzeit etwa 11 Minuten - war pures Bangen. Obwohl Rennes lediglich eine Chance herausspielte und Guingamp dem dritten Tor stets näher war, als die Rennais dem Ausgleich, konnte ich erst mit dem Schlusspfiff alle Anspannung fallen lassen und mich ganz dem Jubel und den Freudentränen hingeben. Pokalsieger!

Unfassbar!
Guingamp Pokal

Olympique Lyon - En Avant Guingamp 1:4


Bürte und ich hatten zur Halbzeit der Partie Guingamp gegen Monaco beschlossen, über Lyon nach Hause zu fahren, sollten die Guingampais die Monegassen schlagen.

Nach dem 3:1 im Roudourou hockten wir vor der Frankreichkarte und realisierten, was wir da angerichtet hatten. Mein vollmundiges "Lyon liegt doch nicht weit von Paris entfernt" entpuppte sich als für einen Geographen hochpeinliche Lüge, und uns wurde schon ein bisschen mulmig bei dem "Umweg".

Egal. Beschlossen ist beschlossen. Also ging es los gen Süden, wo wir Tags darauf ankamen und erfreulicherweise frühlingshaftes Wetter genossen. Freitagabend noch St. Etienne gegen Grenoble geguckt, und schon standen wir vor dem Gästeeingang des Stade Gerland und begrüßten die von allen Seiten eintrudelnden Guingampais.

Die Konstellation war klar: Lyon brauchte noch einen Punkt, um die Meisterschaft sicher zu machen, Guingamp schielte mit einem Auge auf die UEFA-Cup-Plätze. Wie in den Wochen zuvor waren die Rouge et Noirs nicht zu stoppen. Aus dem Strafraum flogen die Bälle auf die Außen, wo die Lyoner Meisterspieler noch gar nicht reagiert hatten, während Drogba bzw. Malouda mit dem Spielgerät schon Richtung Tor unterwegs waren. Als es in der zweiten Halbzeit plötzlich 3:1 für En Avant stand, verfielen wir alle ins Delirium und bekamen noch einen vierten Treffer geschenkt.

Am Ende stand ein 4:1, das ich eigentlich bis heute nicht wirklich begriffen habe. Ein Sieg, wie man ihn nur alle hundert Jahre mal einfährt. Dummerweise war die Freude am Ende bei den Lyonais allerdings größer als bei den Guingampais. Während OL nämlich Meister war, musste EAG sich mit dem UI-Cup zufrieden geben. Man kann eben nicht alles haben.

Der Rückweg war übrigens ganz schön lang...
Lyon vs. Guingamp
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